Das Schwechater Satirestudio - die neue Komödie

Seit 2001 fanden dreizehn Ur- und Erstaufführungen im Theater Forum Schwechat statt, die dramaturgisch begleitet bzw. entwickelt wurden. Mit diesen und weiteren Erfahrungen wie den verschiedenen Dramatikertreffen haben wir nun ein neues Kapitel in der Schwechater Theaterarbeit aufschlagen können, das Autorenprojekt „Schwechater Satirestudio – die neue Komödie“.

Bei diesem Projekt geht es um die Entwicklung einer neuen Dramaturgie der Komödie, einer Satireform für das Theater, die innovativ ist. Sie soll sich von der klassischen Form der (Boulevard-)Komödie und des Wellmade-Plays entfernen, sie kann performativ oder experimentell sein. Sie kann mit der Bühnensituation spielen, diese brechen oder auf den Kopf stellen. Sie soll dabei konsumierbar bleiben, das heutige Publikum ansprechen und herausfordern, sich mit zeitgenössischen gesellschaftlichen und politischen Themen wie Migration, Rassismus, Wirtschaft, Arbeitswelt, Lobbying, Lokalpolitik, der Medienwelt und anderem auseinander zu setzen. Eine rein private Komödie (Familien- oder Beziehungsthemen ohne gesellschaftlichen Bezug) ist nicht im Fokus dieser Arbeit. Es ist also die Idee, mit den in den letzten Jahrzehnten errungenen theatralen Mitteln wie postdramatischen, dokumentarischen, performativen, eklektischen, etc. Elementen eine neue zeitgenössische Komödie zu schaffen.

Der erste Zyklus begann 2013 mit der Romanautorin Nadja Bucher und dem Dramatiker Benedict Thill. Die Dramaturgin Marianne Vejtisek war als begleitende Dramaturgin an diesem Prozess beteiligt, der zuerst mit einer Themensuche begann und schließlich zu der Idee zum Stück führte. Das Ergebnis dieses einjährigen Schreib- und Arbeitsprozesses war das gemeinsam verfasste Stück "Ein Grund zur Sorge", das groteske Porträt einer satten Gesellschaft, in der es vielen eigentlich gut geht und dennoch ständig geraunzt wird. Ein Gedankenexperiment, das den Blick auf die Relationen unserer Wünsche gelenkt – und auf die Frage, was Glück wirklich heißt.

Ein Grund zur Sorge
>> Eine Satire von Nadja Bucher und Benedict Thill

Inszenierung Johannes C. Hoflehner
Dramaturgie Marianne Vejtisek
Regieassistenz Michaela Konrad
Kostüme Maria Bittner
Maske Andrea Zeilinger
Videoanimationen Klaudia Wanner
Technische Leitung Thomas Nichtenberger
Technische Assistenz Reinhard Kralik
Eigenproduktion Theater Forum Schwechat

Mit Roswitha Meyer, Kerstin Raunig, Klaus Haberl, Robert Ritter, Thomas Wenk und Stefan Wilde

Waren Sie heute in der falschen Kassaschlange im Supermarkt angestellt? Ist Ihnen der Bus vor der Nase davongefahren? Regen Sie solche Probleme auf? Fühlen Sie sich oft unzufrieden, ohne zu wissen warum? Das Institut „Ein Grund zur Sorge“ hat sich auf solche Probleme spezialisiert und bietet eine besondere Dienstleistung an: Es liefert Menschen mit einem unbestimmten Unzufriedenheitsgefühl einen herzhaften Grund zur wirklichen Sorge.
   
Dessen charismatischer Leiter Charles Braunmüller ist rätselhafter Manipulator, Verführer und Verwandlungskünstler zugleich. Er scheint alle verdrängten Wünsche zu kennen und nimmt seine Arbeit im Stillen auf. Die Figuren haben ihren Besuch im Institut bereits vergessen, als sie das Räderwerk der Institutsarbeit überraschend zusammenführt – und es zum Showdown kommt.
   
Das Bühnenbild, das vollständig aus Projektionen besteht, lässt in eine comicartige Welt eintauchen und bietet ein besonderes visuelles Erlebnis.
Komödie trifft Gegenwartskritik. Comic trifft Gesellschaftssatire.

Fotos: alle (c) www.petersehnal.at

Auf dem Portal "Die Kleinkunst" finden Sie folgende Kritik:
Theater Forum Schwechat: Ein Grund zur Sorge

Den Fernsehbeitrag sehen Sie hier: