Die Zusammenarbeit mit slowakischen Theatern

Das THEATER FORUM SCHWECHAT ist die am östlichsten gelegene professionelle Bühne im deutschen Sprachraum und nimmt diese Lage auch als Auftrag, um immer wieder einen Blick auf unseren nächsten Nachbarn zu werfen.

Ab dem Jahr 2003 besuchten der Intendant und seine Dramaturgen, zuerst Werner Walkner, dann Marianne Vejtisek, regelmäßig slowakische Theater, vor allem in Bratislava, aber auch in Nitra und anderen Städten.

Die erste Zusammenarbeit waren Gastspiele von slowakischen Theaterkünstlerinnen und -künstlern bei den Festivals "Europäische Theaterwoche" in den Jahren 2001 und 2003. 2001 gastierte erstmals die Pantomimentruppe von Milan Sladek aus dem Arena Theater Bratislava mit der Produktion "Die Hochzeit des Figaro", einem einfallsreichen Opernspektakel von Mozart: Witzig und humorvoll, aufmüpfig, gelegentlich derb und grotesk, aber immer charmant, sinnlich und unwiderstehlich. Auf der Bühne agierten etwa einmetergroße Puppen, synchron von jeweils zwei oder drei Spielern bis in die kleinste Bewegung nach der Musik geführt. Diese sensationelle Produktion wurde bereits in über 50 Ländern auf der ganzen Welt gezeigt und war im Theater Forum Schwechat erstmals in Österreich zu erleben - das Publikum war begeistert!
2003 gestalteten drei verschiedene Tanztheatergruppen einen gemeinsamen Abend für das Festival.

Ab 2005 intensivierte sich die Zusammenarbeit. Das Mozartjahr 2006 bot die Gelegnheit, für die Produktion der von Johannes Holik rekonstruierten Pantomime "Pantalon und Columbine" Milan Sladek als Regisseur und einige seiner Protagonisten aus der Slowakei als Pantomimen zur Zusammenarbeit einzuladen.

2007 fand das erste "Slowakische Dramatikertreffen" in Schwechat statt. An den vier Tagen von 16. bis 19. Mai wurde das aktuelle Theaterschaffen der Slowakei mit Gastspielen von Uraufführungsinszenierungen, mit szenischen Lesungen von neuesten Theaterstücken, Diskussionsrunden in insgesamt 10 Veranstaltungen präsentiert. Als Teil des Projekts erschien im Herbst 2007 das Buch "Durchbrochene Linien. Zeitgenössisches Theater in der Slowakei" (Recherchen 40, Verlag Theater der Zeit, Berlin), herausgegeben von Johannes C. Hoflehner, Martina Vannayova und Marianne Vejtisek.

Im Jahr darauf veranstaltete das Slowakische Theaterinstitut zusammen mit dem Theater Forum Schwechat einen Schwerpunkt mit aktueller österreichischer Dramatik im Studio 21 in Bratislava. Gerhild Steinbuch, Ewald Palmetshofer, Johannes Schrettle, u.a. wurden in szenischen Lesungen auf slowakisch präsentiert.

2009 wurde schließlich die Satire von Michal Hvorecky "Slowakisches Institut" auf deutsch uraufgeführt (Regie: Johannes C. Hoflehner). Michal Hvorecky zählt mittlerweile zu den bekanntesten Romanautoren der Slowakei und hat in den Folgejahren alle seine auf deutsch erschienenen Bücher auch im Theater Forum Schwechat in Gesprächen und Lesungen vorgestellt, zuletzt seinen Roman "Tod auf der Donau".